Sorgenfrei aufs Wasser

Sicherer Gebrauch von Gas und Strom

Sicherer gebrauch von Gas

Jedes Jahr ereignen sich immer noch Unfälle mit Gas an Bord von Freizeitbooten - manchmal sogar in voll belegten Yachthäfen. Explosionen, Brände, Personenschäden und Sachschäden sind die unnötigen Folgen. Unnötig, weil ein sicherer Umgang, eine fachgerechte Installation sowie regelmäßige Kontrollen der Gasanlage an Bord solche Risiken verhindern. Was zu Hause selbstverständlich ist, gilt auf dem Wasser genauso. Es ist ratsam, die Gasanlage alle drei Jahre überprüfen zu lassen.

Zertifikat Gastechnik
Der HISWA-Verband, PTC+ und Wassersportorganisationen haben gemeinsam das „Zertifikat Gastechnik“ entwickelt. Es ist ausschließlich für Mitarbeiter von Unternehmen gedacht, die berechtigt sind, Gasanlagen zu prüfen. Diese Betriebe verfügen über umfassende Kenntnisse aller Gasinstallationen an Bord von Yachten. Inzwischen sind mehr als 300 Unternehmen zertifiziert.

Gaszertifizierte Betriebe
Seit März 2001 gilt die ISO-Norm 10239. Alle Yachten, die nach März 2001 gebaut und mit einer Gasanlage ausgestattet wurden, müssen dieser Norm entsprechen. Diese Norm wurde in die offizielle Gas-Checkliste umgesetzt.

Was Sie über Gas wissen müssen

  • Gas an Bord

    Gas ist eine wirtschaftliche und sichere Wärme- und Energiequelle an Bord einer Yacht, vorausgesetzt, Sie achten auf einige grundlegende Sicherheitsaspekte.

    • Verwenden Sie niemals Autogas. Bevorzugen Sie Propan oder gegebenenfalls Butan. Propan hat einen höheren Arbeitsdruck. Bei Temperaturen unter 5 °C sinkt der Arbeitsdruck von Butan auf 0.
    • Verwenden Sie auf keinen Fall Einwegflaschen. Deren Austausch ist nicht ohne Risiko.
    • Schließen Sie das Gasventil, wenn Sie das Boot verlassen.
    • Schlafen Sie an Bord? Dann schließen Sie die Gasflasche nachts, sofern Sie keine gasbetriebenen Geräte (Kühlschrank, Heizung) verwenden. Sorgen Sie für ausreichende Belüftung, vermeiden Sie Kondenswasser oder – noch schlimmer – Kohlenmonoxid.
  • Lagerung von Gasflaschen

    Beim Wechseln von Gasflaschen besteht die größte Gefahr für Undichtigkeiten – etwa durch unsorgfältigen Anschluss, schiefe Montage oder alte Dichtungsringe. Da Gas schwerer ist als Luft, sinkt es nach unten und sammelt sich dort. Wenn man bedenkt, dass bereits eine Konzentration von zwei Prozent Gas in der Luft explosiv ist, wird klar: Austretendes Gas darf niemals in Ihr Boot gelangen.

    Tipps zur Lagerung:

    • Stellen Sie Gasflaschen außen und aufrecht in einer Gasbox mit nicht verschließbaren Lüftungsöffnungen oben und unten nach außen hin auf.
    • Setzen Sie Gasflaschen niemals der Sonne aus. Das Material des Schranks oder der Box sollte aus Metall, wasserfestem Holz oder dickwandigem Kunststoff bestehen und gegenüber dem Bootsinneren gasdicht sein.
    • Eine Gasbox muss an der Unterseite eine schräg verlaufende Gasabführung nach außen (mindestens 19 mm Durchmesser) besitzen, die deutlich über der Wasserlinie liegt.
    • Befestigen Sie die Gasflaschen seefest. Auch Ersatzflaschen gehören in den Schrank oder die Box – eine „leere“ Flasche ist nämlich nicht gasfrei.
    • Suchen Sie Lecks niemals mit einer Flamme. Verwenden Sie stattdessen einen Pinsel mit Seifenlösung oder ein spezielles Lecksuchspray. Bilden sich Blasen, weist dies auf eine Undichtigkeit hin.
  • Wichtige Punkte bei der Installation

    Ihr Gasspezialist kennt die folgenden Punkte. Dennoch ist es ratsam, dass Sie als Wassersportler und Kunde wissen, welche Installationsvorschriften gelten.

    • Gasleitungen und Schläuche müssen überall gut sichtbar und zugänglich zur Inspektion sein.
    • Gasleitungen dürfen nicht durch Motor- oder Batterieräume verlaufen. Ist dies unvermeidlich, dürfen dort keine Verbindungen montiert werden, und die Leitungen müssen geschützt sein.
    • Gasleitungen müssen in ausreichendem Abstand zu elektrischen Leitungen verlegt werden.
    • Gasleitungen müssen vor mechanischer Beschädigung geschützt sein.
    • Gasleitungen müssen fest verlegt sein, dabei jedoch genug Spielraum für Ausdehnung behalten.
    • Bei Durchführungen durch Schotten ist stets eine Schottdurchführung zu verwenden.
    • Bei mehreren Abzweigungen ist ein zugelassenes Absperr- oder Verteilerblocksystem (z. B. Truma) zu installieren – so gibt es weniger Verbindungen und geringeres Leckrisiko.
    • Heizungen oder Durchlauferhitzer müssen immer über einen Anschlusshahn und eine feste Leitung angeschlossen werden. Nur kardanisch aufgehängte Kochgeräte dürfen mit einem Anschlusshahn und einem Gasschlauch verbunden werden, sofern dieser maximal einen Meter lang ist.
    • Flexible Leitungen müssen so montiert werden, dass sie nicht durch zu starke Biegung überlastet werden.
    • Alle Verbindungen müssen Klemmverschraubungen haben. Bei weichen Kupferrohren sind Stützhülsen zu verwenden, um Einschnürungen zu verhindern.
    • Für Bögen ist es besser, das Rohr zu biegen, anstatt Winkelverschraubungen zu verwenden.
  • Kontrollen

    Unternehmen mit dem Zertifikat Gastechnik sind befugt, Ihr Boot anhand einer standardisierten Checkliste zu prüfen. Bei diesen Betrieben können Sie eine vollständige Inspektion Ihrer Anlage durchführen lassen.

    Eine Liste der gaszertifizierten HISWA-Betriebe finden Sie hier. Eine Kontrolle ist alle drei Jahre erforderlich. Nach der Inspektion erhalten Sie eine Bescheinigung. Die eindeutige Nummer auf diesem Nachweis entspricht dem Namen des zertifizierten Unternehmens, das die Kontrolle durchgeführt hat.

    Die Inspektion umfasst:

    • Prüfung der Funktionsfähigkeit und Dichtheit der Anlage
    • Überprüfung nach ISO-Norm 10239 anhand einer Checkliste
    • Beurteilung der gesamten Anlage und der angeschlossenen Geräte
  • Was im Brandfall zu tun ist

    Wenn Sie alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen haben, die Geräte sicher verwenden und regelmäßig eine fachkundige Kontrolle durchführen lassen, ist die Wahrscheinlichkeit eines Brandes oder einer Explosion an Bord gering. Sollte dennoch ein Brand entstehen, beachten Sie Folgendes:

    • Zuerst die Besatzung, dann das Boot. Bringen Sie alle Personen in Sicherheit. Besprechen Sie Notfälle im Voraus und gehen Sie die Anweisungen mit der Crew durch.
    • Sorgen Sie für funktionstüchtige Feuerlöscher – keine alten, verrosteten Geräte irgendwo im Vorschiff, sondern aktuelle Ausrüstung in Griffweite. Denken Sie auch an eine Löschdecke in oder bei der Kombüse. Lassen Sie Ihre Feuerlöscher jährlich prüfen. Gehen Sie kein Risiko ein – so vermeiden Sie auch Versicherungsprobleme.
    • Halten Sie einen vollständigen Erste-Hilfe-Kasten bereit und stellen Sie sicher, dass mindestens eine Person an Bord über ein Erste-Hilfe-Zertifikat verfügt.

Sicherer Umgang mit Elektrik

 

Eine elektrische Anlage, die nicht ordnungsgemäß installiert oder falsch verwendet wird, kann großen Schaden anrichten. Die Ansprüche der Eigner an elektrische Installationen steigen stetig. Früher diente die Batterie nur zur Beleuchtung – heute müssen auch Waschmaschine und Kühl-Gefrier-Kombination mit Strom versorgt werden. Die Wartung der Anlagen ist wichtig. Prüfen Sie Ihre Installation stets auf folgende Punkte:

  • Prüfen Sie den Flüssigkeitsstand der Batterien und füllen Sie bei Bedarf nach.
  • Prüfen Sie die Belüftung des Batterieraums – gelangt ausreichend Frischluft hinein?
  • Prüfen Sie, ob alle Anschlüsse fest sitzen.
  • Prüfen Sie die Verkabelung auf Beschädigungen.
  • Prüfen Sie die Funktion der Schalter und des Fehlerstromschutzschalters.
  • Prüfen Sie die Funktion aller Geräte und der Beleuchtung.
Sorgloses Fahren beginnt hier

Finden Sie ein von HISWA anerkanntes Unternehmen in Holland

Sorgloses Fahren beginnt bei einem von HISWA anerkannten Unternehmen in den Niederlanden. Wassersportunternehmen, die Mitglied bei HISWA-RECRON sind, sind zuverlässige Betriebe, mit denen Sie in den Niederlanden sorgenfrei Geschäfte machen können.